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Willkommen bei den Hilfeseiten zum Brennofen  

Mit diesen Hilfeseiten wollen wir Ihnen vor dem Ofenkauf möglichst alle Fragen zum Brennofen, seiner Bedienung und seinem Umfeld beantworten, um Ihnen die Entscheidung zu erleichtern, welchen Brennofen Sie wirklich brauchen. Die Aussagen sind bewußt neutral formuliert, gelten grundsätzlich für jeden Keramikbrennofen, unabhängig davon ob Sie Ihren Brennofen bei uns, GAC , oder einem anderen Hersteller kaufen. Technologie und zu brennendes Material sind ja auf jeden Fall gleich. Unterschiedlich sind Detaillösungen und ganz wichtig die Meßtechnik bzw. die Regler. Industrie und Gewerbe haben besondere Anforderungen und Erfahrungen, die es Sinn macht, an anderer Stelle zu diskutieren. Öffentliche und private Bildungseinrichtungen oder therapeutische Einrichtungen sollen hier Hilfe zu Anschaffung und Betrieb eines Brennofens finden.



© gac-Keramikbrennöfen 2007

Lohnt sich die Anschaffung eines eigenen Brennofens ? 

Wer seine Töpferware zum Brennen fährt, muß mindestens zweimal fahren. Oft ist die Keramik nicht wie verabredet fertig und man fährt dann eben nochmal. Das Autofahren kostet Geld und der Brennservice ist meist richtig teuer. Auf dem Transport geht viel kaputt oder es wird falsch gebrannt und die Glasuren sind hin. Der Stromverbrauch liegt bei GAC typisch zwischen 3 -5 Euro Strom pro Brand. Je nach Ofengröße. Einen eigenen Ofen zu kaufen lohnt sich also unbedingt! Obwohl Ihr Keramikladen an diesem Service ganz gut verdient, wird das Keramikstudio Ihnen gerne einen Kermikbrennofen verkaufen. Ein eigener Brennofen kostet so um die 1000 Euro. Da sind Brennkosten und Spritgeld schnell wieder drin. Der Stromverbrauch liegt typisch irgendwo bei drei Euro. Also fast nichts pro gebranntes Teil. Man kann also brennen, wenn man die Teile braucht. Da darf der Ofen auch ruhig nur halb voll sein. Es kostet ja nur das Strom, was man warm macht. Wenn der Brennservice im Töpfereibedarf so teuer ist, liegt das daran, daß der Ofen Geld kostet, das ja wieder reinkommen soll und Arbeit haben die Leute ja auch mit dem Service. Geld verdienen wollen die logischerweise auch. Der Anschaffungspreis des Ofens amortisiert sich also durch die Ersparnis sehr schnell. Wenn Sie irgendwann nicht mehr töpfern wollen oder können, verkaufen Sie den Ofen. Gebrauchte Brennöfen werden sehr teuer gehandelt.



© gac-Keramikbrennöfen 2007

Temperaturregelanlagen 

Jeder Brennofen braucht eine Temperaturregelanlage. Der Brand muß geführt werden, damit der Ofen nicht macht, was er will und das Brenngut am Ende unbrauchbar ist und schließlich muß der Brand kontrolliert beendet werden. Was früher mit Erfahrung von Generationen gemacht wurde, erleichterte später der Blick auf Segerkegel. Allerdings war auch hier wieder sehr viel Erfahrung nötig, um die richtigen Schlüsse ziehen zu können. Als dann Ende der Siebziger die Toplader gebaut wurden, verwendete man Laborkegel oder Minibars im sog. Kilnsitter, verbunden mit manueller Brandführung. Den Wunsch nach vollautomatischem Betrieb versuchte man jetzt mit analogen Steuerungen zu erfüllen. Weil diese Steuerungen nicht überzeugend zuverlässig waren, ging man Anfang der Achtziger dazu über, Mikroprozessoren einzusetzen. Diese Temperaturcontroller sind heute noch mit denselben alten Mikroprozessoren im Einsatz aber erfüllen im Gegensatz zu den analogen Steuerungen ihren Zweck ganz gut, solange keine große und nachprüfbare Genauigkeit erforderlich ist. Heute, 2008, setzt unsere Blackbox mehrere Mikrocontroller ein. Das sind sehr komplexe Einheiten, die unter anderem Mikroprozessoren enthalten. Diese Regelcomputer lassen Rechenverfahren zu, die unglaubliche Genauigkeiten und vor allem reproduzierbare Brennergebnisse zeigen und die Abgrenzung zu industriellen Reglern aufheben. Ein besonderer Vorteil dieser modernen Rechentechnik ist das Fehlen von Überschwingern, die nicht nur unnötig viel Strom verbrauchen, sondern auch beim Brennen empfindlichen Gutes wie Dekorfarben, viele Probleme durch zeitweise Überhitzung machen. Schwierig für den Benutzer ist, daß diese Überschwinger, die in der Größenordnung von mehreren 10 °C liegen können, in der Temperaturanzeige unterdrückt werden. Bedienungskomfort mit großen Touchscreens scheitert noch am Preis dieser Bauteile und bleibt aus Kostengründen indutriellen Lösungen vorbehalten.



© gac-Keramikbrennöfen 2007

Welchen Brennofen brauche ich für meinen Zweck? 

Wir reden hier ja über Brennöfen, die im Bereich Hobby und Freizeit, Unterricht, Therapie oder im technischen gewerblichen Bereich eingesetzt werden. So verschieden wie diese Anwendungen sind auch die Anforderungen. Unser Fertigungskonzept hat die Baureihe Primus hervorgebracht, mit der wir mit wenigen Modellen um die 95% der Anforderungen abdecken. Die innovativen Regelcomputer sind auch, bis auf einige gewerbliche Anwendungen oder Glasfusing, schon in der Grundversion für 95% der Forderungen voll ausreichend. Durch die modulare Bauweise ist eine sehr gute Produktqualität bei niedrigen Fertigungskosten möglich. So bleibt bei unseren Produkten nicht die Qual zwischen 50 verschiedenen Brennöfen und Baureihen eines Herstellers nun den richtigen zu finden, sondern für die Wahl des passenden Ofens stellen sich eigentlich nur noch drei Fragen: steht ein Starkstromanschluß zur Verfügung? muß ich wirklich über 1200°C brennen? brauche ich mehr als drei Segmente in der Brennkurve (Glasfusing) oder brauche ich sehr lange Haltezeiten (gewerblich)? Die letzte Frage ist die nach dem passenden Regelcomputer. Also reicht die Standartsoftware oder nicht. Ist also unabhängig vom Brennofen und beantwortet sich bis auf die beiden erwähnten Anwendungen mit ja, sie ist mehr als ausreichend. Für Fusen oder industrielle Anwendung steht auf Nachfrage eine angepaßte Software zur Verfügung. Die Frage nach der maximal zulässigen Anwendungstemperatur beantwortet sich in der Praxis: für die allermeisten Anwendungen ist das Brennen über 1200°C überhaupt nicht erfoderlich! Steht kein Starkstromanschluß zur Verfügung, ist Primus 70 der Ofen Ihrer Wahl. Es sei denn, Sie brennen Puppen. In diesem Fall brauchen Sie keinen besonders breiten Ofen, müssen aber hoch brennen. Hier ist der Primus 50 der perfekte Puppenofen. Wenn ein Starkstromanschluß vorhanden ist oder hergestellt werden kann, gilt: je größer der Ofen desto besser. Hier setzt nur noch das Sparschwein Grenzen. Die Erfahrung zeigt, daß Primus 120 unser meist verkaufter Brennofen ist. Er stellt das Optimum an Preis-Leistungsverhältnis dar und schränkt Sie in der Größe des Brenngutes kaum noch ein. Noch größere Brennöfen werden eigentlich nur benötigt, wenn das Brenngut einfach so groß ist.



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Wieviel Strom braucht so ein Brennofen? 

Die Stromkosten eines Brandes werden im Wesentlichen von drei Faktoren bestimmt: der Konstruktion des Brennofens der aufzuheizenden Masse der Brenntemperatur bzw. Brandführung Auf die Konstruktion des Ofens haben Sie nur beim Kauf Einfluß. Nehmen Sie keinen Brennofen mit dem dünnen Stein! Der ist nur 64 mm dick. Die Ofenwand soll aus dem 76 mm Stein bestehen und noch eine Hinterisolierung aus Mineralfaser haben. Bei der Billiglösung mit dem dünnen Stein werden Sie später arm an Strom. Die Energie, die Sie einsetzen müssen, um den Ofen an sich aufzuheizen, ist konstant und läßt sich aus der Vollastkurve des jeweiligen Brennofens ablesen. Die aufzuheizende Masse ist das, was Sie in den Ofen tun, um es warm zu machen. Also etliche Kilos an Ofenplatten und Ton. Das können ganz schnell 50 kg werden, also die Masse des Brennofens selbst erreichen. Damit steigt die Brennzeit in der Vollastphase durchaus mal um Stunden an und damit steigt der Energieverbrauch beträchtlich. Die Brandführung wird vom Material vorgegeben, das eine bestimmte Wärmebehandlung fordert. Die Brenntemperatur richtet sich nach Ihren Wünschen! Ein Brand bei 1260°C braucht deutlich mehr Strom als einer bei 1060°C.



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Brennofen Ersatzteile 

Wie Sie es von allen Elektrogeräten her kennen, geht leider irgendwann immer mal was kaputt. Die Chance, daß es einen erwischt, ist aber auch beim Brennofen sehr gering. Die einzigen Sorgenkinder sind die Heizelemente. Wenn Sie immer unter 1100°C bleiben, sind die eigentlich nicht kaputt zu kriegen, brennen Sie regelmäßig und oft deutlich über 1200°C, reduziert sich die Lebensdauer schnell auf wenige Jahre. Es gibt auch Glasuren und Tonmassen, die man nicht so unbedingt brennen sollte. Weil die Situation mit den Heizspiralen etwas problematisch ist, sind die Heizschlangen bei jedem Hersteller von der Gewährleistung ausgenommen. Das ist für den Kunden unbefriedigend aber aus Sicht des Herstellers leider notwendig. Lassen Sie sich beim Kauf die Preise für Heizelemente geben und vergleichen den Preis für einen kompletten Satz. Der Heizelementekiller ist explodierens Brenngut. Wenn Sie die Krümel nicht aus den Heizungen saugen, schmelzen die Tonsplitter und legen sich um die Spirale. An genau dieser Stelle wird das Element seine Wärme nicht mehr los und schmilzt durch. Die Ursache ist eindeutig nachvollziehbar und man braucht es nicht mit Garantie oder Kulanz zu versuchen. Nehmen Sie das Element beim Aussaugen nie aus der Nut. Durch den Betrieb werden die Elemente spröde und werden mit zunehmender Betriebsstundenzahl glashart und brechen ganz schnell.



© gac-Keramikbrennöfen 2007

Wartung und Pflege 

Wartung ist bei ordentlichem Umgang mit dem Brennofen eigentlich nicht erforderlich. Bei unseren Brennöfen sind sogar die Blechschrauben aus Edelstahl. Sie brauchen sich also über nichts Gedanken zu machen. Pflege bezieht sich darauf, was Sie mit dem Ofen machen. Finden sich nach dem Brennen auf dem Ofenboden Tonkrümel an, nehmen Sie den Staubsauger. Wenn ein Krümel etwas fest sitzt, helfen Sie beherzt nach. Glasurklecker müssen unbedingt raus. Wenns gar nicht will, helfen Sie mit einem Schraubenzieher oder Messer nach, auch wenns weh tut. Diese Glasurreste werden bei jedem Brand wieder flüssig und saugen sich immer tiefer in den Stein. Die freie Stelle pinseln Sie mit Trennmittel sorgfälltig nach. Ganz furchtbar teuer kann es werden, wenn Ihnen ein Teil im Ofen explodiert und Sie saugen die Splitter nicht von den Heizelementen. Diese Splitter schmelzen beim nächsten Brand und legen sich um die Heizspirale, die an dieser Stelle kaputt gehen wird. Bedenken Sie aber, daß die Elemente mit zunehmender Betriebsstundenzahl sehr spröde werden. D.h. die brechen sehr leicht durch, wenn Sie sie bewegen. Dem optischen Eindruck des Ofenmantels können Sie mit Reinigungsmitteln wie Sidol entgegenkommen. Das Blech glänzt dann wieder wie neu.



© gac-Keramikbrennöfen 2007