Der Begriff der Maximaltemperatur
Die Zahl 1320°C geistert hartnäckig durch Veröffentlichungen und wird ständig wiederholt.
Sehen Sie sich Ihre Tonmassen an. Dort steht bei einigen weißen Massen bis 1280°C . Das heißt bis hier ist der Ton formstabil bei einer Aufheizgeschwindigkeit von 150°C pro Stunde. Bei niedrigeren Steigungen gilt eine sehr viel niedrigere Temperatur! Rote und schwarze Massen steigen meist schon bei 1150°C aus. Wozu also 1320°C?
Dann gibt es da noch den Brennofen an sich. Das Feuerleichtmaterial, das eigentlich von allen Herstellern verwendet wird, ist bis 1260°C zugelassen. Ein Heizleiter ist da auch noch drin. Typischerweise Kanthal A1. Der hat eine Oberflächentemperatur von ungefähr 1340°C. Daß der Brennofen nicht auf diese Oberflächentemperatur kommt, ist irgendwie klar. Was soll das also mit den 1320°C?
Es gibt natürlich Brennöfen, die diesen Temperaturbereich als zulässige Betriebstemperatur fahren, aber das sind andere Brennöfen, als die, über die wir hier reden. Die sind von Bauweise und Material her verschieden, sind richtig schwer und werden von anderen Heizleitern geheizt. Daß Sie diese Brennöfen sehr teuer sind, ist ein anderes Thema.
Als letztes bleibt zu erwähnen, daß diese Zahl 1320 in einigen Ofenpropekten auftaucht. Allerdings steht in diesem Zusammenhang nie, daß es sich bei dieser Temperatur um eine zulässige Dauerbetriebstemperatur handelt.
Falls Ihnen jemand Glasuren für mehr als 1260°C anbietet, kann er sie ja in seinem Ofen brennen.
